Jobwechsel Juristen

Keine Entscheidung kann eine junge Juristin bzw. einen jungen Juristen bei der Erreichung der Karriereziele so voranbringen, wie die eines strategischen Jobwechsels. Doch dieser Wechsel sollte gut geplant werden. David Schwab, Gründer des Personalberatungsunternehmens clients&candidates zeigt in diesem Beitrag erste mögliche Karriereoptionen nach den ersten Berufsjahren auf und weist auf die Vorzüge langfristiger Karriereplanung hin.

Klassische Wechselfenster für JuristInnen

Grundsätzlich gilt, ein Plus an Berufserfahrung hilft nicht immer – der Zeitpunkt eines Wechsels sollte wohlüberlegt sein. Das erste klassische Wechselfenster öffnet sich mit „erster Berufserfahrung“, d. h. in der Regel frühestens nach circa zwei Jahren; das „zweite Wechselfenster“ nach rund fünf bis sieben Jahren Berufserfahrung. Selbstverständlich sind auch Wechsel zu einem späteren Zeitpunkt möglich, jedoch steigen sodann die Anforderungen der Passgenauigkeit umso mehr. Bei größeren Wirtschaftskanzleien wird in der Regel ein gewisses portables Geschäft vorausgesetzt; insbesondere übertragbare Mandate, feste Beziehungen zu Mandanten und aussichtsreiche Kontakte.

Der Wechsel in eine andere Anwaltskanzlei: Es kommt auf Ihr Ziel an

Der Wechsel in eine andere Anwaltskanzlei bietet sich daher vor allem innerhalb des zuvor skizzierten klassischen Wechselzeitraums an. Kolleginnen und Kollegen, die zunächst in einer großen Sozietät starteten und sich in der Großkanzleiwelt heimisch fühlen, sollten vor allem strategisch planen. Ihr Karriereplan sollte dann im Regelfall an das Ziel einer Partnerschaft geknüpft sein. Geschickt geplante Wechsel können die Chancen, auf den „Partnerpfad“ zu gelangen, erheblich erhöhen. Aber auch ein Wechsel in eine kleinere bzw. mittelständische Einheit kann erhebliche Vorteile mit sich bringen. Gleichzeitig gibt es auch attraktive Dauerpositionen als angestellter Rechtsanwalt bzw. angestellte Rechtsanwältin – es kommt schlichtweg darauf an, welches Karriereziel Sie verfolgen und was Sie sich wünschen.

Vor- und Nachteile großer und kleiner Anwaltskanzleien abwägen

Ein guter Personalberater kann Sie beim Wechsel des Arbeitsplatzes als Sparringspartner begleiten und Ihnen strategische Lücken sowie Synergieeffekte zum Ausbau Ihres Geschäfts in anderen Einheiten aufzeigen. Auch bei kleineren oder mittelständischen Kanzleien gibt es sehr attraktive, perspektivreiche Möglichkeiten. Ein Vergleich lohnt sich!

Der Wechsel ins Unternehmen

Für viele berufserfahrene Kolleginnen und Kollegen ist auch der Wechsel von der Anwaltskanzlei- in die Unternehmenswelt eine attraktive Option. Neben der Identifikation mit einer Marke und/oder den spezifischen Produkten bzw. Dienstleistungen steht oftmals der generelle Wunsch im Vordergrund, sich auf nur einen Mandanten – das Unternehmen – zu konzentrieren und Prozesse von Anfang bis Ende begleiten zu können. Ferner wird oft positiv erlebt, dass die Auswirkungen getroffener Entscheidungen selbst und nicht bloß aus der Distanz, als externe Beraterin oder externer Berater, miterlebt werden. Für viele Kandidatinnen und Kandidaten zahlt sich der Wechsel in die Unternehmenswelt auch aus, weil Faktoren wie eine bessere Work-Life-Balance sowie Planbarkeit im Vordergrund stehen.

Gerade für Unternehmen sind Kandidatinnen und Kandidaten aus kleineren/mittelständischen Einheiten besonders spannend. In kleineren Strukturen wird oftmals noch mehr in vorderster Reihe Verantwortung übernommen, anstatt einem Lead-Partner nur zuzuarbeiten. Und genau diese Erfahrung mit konkretem Praxisbezug und Mandantennähe kann ein echter Wettbewerbsvorteil im Kampf um einen attraktiven Unternehmensjob sein.

Was ist einem wechselaffinen JuristInnen zu raten?

Zuallererst sollten Ihre Ziele und Meilensteine definiert werden: Was wollen Sie langfristig erreichen? Welche Zwischenschritte sind möglich oder hierzu erforderlich? Hier hilft auch eine objektive Karriereberatung mit einem Gesprächspartner auf Augenhöhe, der über Insider-Infos und persönliche Kontakte verfügt.

Praxistipps zum Jobwechsel im Überblick:

  • Langfristige Karriereziele definieren
  • Abwägen und vergleichen: Was sind die Vor- und Nachteile einer kleinen, mittleren oder großen Anwaltskanzlei? Wo liegen die Vor- und Nachteile von Rechtsabteilungen in Unternehmen?
  • Deckt sich die jeweilige Joboption mit meinen privaten Zielen und Bedürfnissen (Work-Life-Balance)?
  • Wie könnte eine langfristige Karrierestrategie aussehen?
  • Wie kann ich mich perspektivisch gut aufstellen? Welche Zwischenschritte sind hierfür nötig? Gibt es hilfreiche Zusatzqualifikationen?
Foto: © Deutscher Bundestag/©Krakenimages.com

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