Coaching

Coaching und Mentoring sind fixer Bestandteil der persönlichen Weiterentwicklung. Mittlerweile haben selbst Karrierestarter bereits erste Erfahrungen mit diesen Formaten. Dabei sind diese in der Regel sehr durchwachsen und variieren von „hat mir sehr geholfen“ bis hin zu „nie wieder“.

Warum sind die Erfahrungen im Coaching so unterschiedlich?

Ist es eine Preisfrage, so dass niederschwellige Angebote automatisch weniger „gut“ sind? Oder liegt es an der eigenen Person bzw. gibt es Menschen, die per se nicht „coachbar“ sind? Kann ich bereits beim Start den Erfolg der Maßnahme steuern bzw. „unseriöse“ Angebote erkennen oder weiß ich das immer erst hinterher?

In der Regel sind bei Planung, Durchführung und Evaluation der Maßnahme drei durchaus unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen: die Sicht der Nutzerin bzw. des Nutzers (Coachee/Mentee), die Erwartungen der verantwortlichen Führungskraft sowie die Rolle der Personalverantwortlichen.

In dieser dreiteiligen Artikelserie sollen diese unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden, um die Herausforderungen für den Erfolg des Coachings bzw. Mentorings zu vermitteln.

Coaching aus unterschiedlichen Perspektiven

  • Coaching/Mentoring aus Nutzersicht: Themenkreise, privates Investment und Selbstcoaching, Kriterien für die Auswahl des Coaches/Mentors und den Erfolg, Assessments, Rechte und Pflichten, Anspruch auf Coaching/Mentoring
  • Coaching/Mentoring aus der Sicht der Personalabteilung: Begriffe und Qualitätsstandards, Programme und Rahmenrichtlinien, interne und externe Coaches/Mentoren, Matching und Auswahl, Prozessbegleitung und Abschluss, Evaluation und Nachhaltigkeit
  • Coaching aus der Sicht der verantwortlichen Führungskraft: Coaching/Mentoring zur Mitarbeiter- und Teamentwicklung und zur persönlichen Entwicklung als Führungskraft, Aneignung von Coaching-Techniken zur Stärkung der Führungskompetenz, Coaching im Führungsverhältnis

Wann ist Coaching, wann Mentoring und wann etwas anderes das Richtige?

Bei der Auswahl der am meisten geeigneten Methode sollte man sich ausschließlich vom zu erreichenden Ziel leiten lassen, nicht vom nächsten Anbieter „um die Ecke“ oder dem Preis.

Benötigt man in erster Linie Informationen, ist sicherlich eigene Recherche hilfreich. Eine Beratung, die auch noch die individuelle Situation berücksichtigt, ist hier das richtige Mittel der Wahl. Sind dabei dann auch noch coachende Elemente enthalten wie z. B. beim Legal Coaching – einer Rechtsberatung mit coachenden Elementen – sind die Informationen noch besser direkt auf den persönlichen Weg abgestimmt.

Sind nicht nur Informationen erforderlich, sondern muss ich bestimmte Fähigkeiten erwerben, um mein Ziel zu erreichen, kann ich auf Weiterbildungsangebote wie Seminare und Workshops, Trainings und Lehrveranstaltungen zurückgreifen. Hier können coachende Elemente, vor allem aber ein gutes Mentoring nach Abschluss der Ausbildung darin unterstützen, die neu erworbene Fähigkeit auch in der Praxis richtig einzusetzen.

Für aufstrebende Führungskräfte ist Coaching das Beste

Möchte man sich jedoch persönlich weiterentwickeln, indem man charakterliche Reife und Reflexionsvermögen aufbaut, um z. B. künftig Führungsaufgaben besser zu meistern, oder nicht immer wieder an denselben Fehlern zu scheitern, ist Coaching das Mittel der Wahl. Ein professioneller Coach hilft, Denkmuster und Paradigmen zu hinterfragen, Schwachstellen in der Interaktion mit anderen abzustellen (z. B. aufbrausendes Verhalten oder Schüchternheit). Ein Coach kann auch dabei helfen, das herauszuarbeiten, was man wirklich im Leben möchte und worin eigene Stärken liegen.

Die zahlreichen Selbstcoaching-Tools am Markt z. B. via App können zwar in der persönlichen Entwicklung in gewisser Weise unterstützen und fokussieren, aber niemals eine menschliche Interaktion mit einem professionellen Coach ersetzen, da diese keine Gesamtanalyse machen. Auch Persönlichkeits- und Stärkentests sowie Assessments können zwar als Analysetool für die eigene Persönlichkeit hilfreich sein, erarbeiten jedoch keine Gesamtstrategie für die weitere Entwicklung.

Einen Anspruch auf persönliche Weiterentwicklung ist heute in jedes Arbeitsverhältnis integriert. Bei Selbstständigen liegt dies grundsätzlich in der Eigenverantwortung, ist aber auch schon vielfach als Weiterbildungsverpflichtung festgeschrieben worden. Das finanzielle Investment liegt derzeit in Deutschland bei ca. 120 €/Std., wobei in aller Regel Gesamtpakete (z. B. drei bis zehn Stunden) oder für Arbeitgeber Coaching-Stunden-Budgets vereinbart werden. Niederschwellige bis kostenfreie Angebote gibt es einige am Markt.

Lesen Sie im zweiten Teil der Artikelserie, was Sie bei der Wahl eines Coaches berücksichtigen sollten.

Foto: Adobe.Stock/©jirsak

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