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Sie haben keine oder wenig Erfahrung mit Social Media und möchten dort als Person oder als Kanzlei präsent sein und über Ihre Arbeit informieren? Dann sollten Sie mit Instagram beginnen.
Was Instagram ist, warum sie damit beginnen sollten, wie Sie es effektiv meistern und was es Ihnen überhaupt bringt, verrät Ihnen dieser Kurzüberblick.

Warum gerade Instagram?

Instagram ist eine App zum Verbreiten von Bildbotschaften mit integriertem Messenger-Dienst. Instagram – ein Kofferwort aus Instant Camera und Telegram – ist nach Facebook und YouTube mit 800 Millionen Nutzern die drittgrößte Social Media-Plattform der Welt.

Aber warum sollten Sie dann ausgerechnet mit Instagram beginnen?
Aus drei Gründen: Es ist einfach, es belohnt Sie und es belästigt Sie nicht.

Instagram ist einfach. Ein Account auf Instagram ist rasch erstellt. Ein Start ist ohne Vorkenntnisse möglich. Sie können beispielsweise bereits existierende Fotos Ihrer Kanzleihomepage oder Ihr letztes Bewerbungsbild nutzen und direkt einmal ausprobieren.

Instagram belohnt Sie. Wenn Sie erst einmal ein paar schöne Bilder hochgeladen und mit den richtigen Hashtags versehen haben, werden Sie relativ schnell bemerken, dass die ersten Menschen beginnen, Ihre Beiträge mit „gefällt“ zu markieren und Ihnen zu folgen. Instagram macht Nutzern den Einstieg sehr leicht.. Weiterer Vorteil: Es gibt keine negatives Äquivalent zum „Gefällt“. Das motiviert.

Instagram belästigt Sie nicht. Sie werden sicher schon einmal von einem Shitstorm oder Trolle gehört haben. Die Chance aber, dass Sie so etwas auf Instagram ereilt, ist auf Instagram kleiner als bei YouTube oder Facebook. Instagram ist eine sehr unkritische Plattform. Es gibt, wie bereits erwähnt, keinen „Gefällt“-Antagonisten und keinen Daumen runter. Zugegeben, das macht die Plattform natürlich extrem oberflächlich, dafür aber für Social Media-Einsteiger zu einem behaglichen Übungsort.

Wie nutze ich Instagram?

Im Grunde gibt zwei Grundbausteine für einen soliden Instagram-Auftritt: Qualität und Interaktion.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Fotos eine gewisse Grundqualität aufweisen. Und das ist gar nicht so schwer. Schon mit einem Mittelklasse-Smartphone können Sie – bei richtigem Licht – sehr schöne Fotos schießen. Haben Sie ein sehr dunkles Arbeitsumfeld, sollten Sie darüber nachdenken, für externe Lichtquellen zu sorgen. Versuchen Sie, Ihren Bildern eine individuelle Note  und einen ähnlichen Bildton zu verleihen. Nutzen Sie daher durchgehend ähnliche Lichtverhältnisse. Das lässt Ihr Profil harmonisch wirken. Aber übertreiben Sie es nicht mit den optischen Filtern.

Interagieren Sie mit Ihren Followern, chatten Sie mit ihnen. Erzählen Sie in der Beschreibung die Geschichte hinter den Fotos. Binden Sie Ihre Follower ein. Aber seien Sie dabei möglichst unpolitisch und bleiben Sie freundlich. Auch ein gewisses Maß an Selbstironie kann sehr hilfreich sein. Lernen Sie, die richtigen Hashtags zu nutzen. Zu Beginn werden Ihre Bilder meist erst über die Hashtagsuche gefunden.
Stellen Sie sich die Frage: Wo liegen meine Stärken? Welche davon könnten jungen Menschen gefallen oder ihnen helfen? Welchen Mehrwert biete ich meiner Community? Ist es vielleicht Ihre Expertise auf einem bestimmten Rechtsgebiet oder die Art, wie Sie Ihre Mandanten von sich überzeugen?

Was bringt mir ein Instagram-Auftritt?

In jüngster Zeit werde ich vermehrt von Kollegen gefragt: Was bringt das? Warum tust du das? Und vor allem: Hast du dadurch schon Mandanten gewonnen? Zumindest die letzte Frage kann ich mit Ja beantworten, ohne dabei aber Zahlen im Sinne einer Evaluation nennen zu können. Um es einigermaßen exakt zu evaluieren, müsste man schon ein genaues Messverfahren entwickeln. Der Kölner Medienrechtler Christian Solmecke hat zum Beispiel eine eigene Telefonnummer eingerichtet, um seine Mandantenakquisition über YouTube, Facebook & Co. genau zu ermitteln.
Eines kann ich jedoch sicher sagen: Schaden wird es Ihnen nicht. Insbesondere in Ihrem erweiterten Umfeld werden viele Menschen erstmals realisieren, dass Sie überhaupt Anwalt sind. Ansonsten ist die Resonanz bei allen Kollegen und Bekannten, mit denen ich gesprochen habe, überaus positiv.

Wenn Sie Instagram vor allem als Marketingplattform und weniger als Interaktionsplattform begreifen, sollten Sie Ihre Social Media-Präsenz auch nicht nur auf einen Kanal beschränken, sondern diese insbesondere mit Ihrer Person und ggf. Ihrer Website bzw. Kanzleihomepage verknüpfen. Für welchen Weg Sie sich entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Bedenken Sie aber: Es ist ein soziales Medium und wenn Sie zu aggressiv werben, könnte das als störend wahrgenommen werden.

Und vom ökonomischen Imperativ einmal ganz abgesehen, können und sollen soziale Medien vor allem dabei helfen, interessante Menschen kennenzulernen, Entwicklungen zu verfolgen und sogar den Spaß an der Arbeit durch ein neues kreatives Element zu bereichern.
Erst neulich sandte mir eine Studentin über Instagram ein Bild ihres Schreibtisches. Darüber hing – eingerahmt – die Geschichte vom Kaiser und dem Hahn, welche ich kurz zuvor bei YouTube in einem juristischen Kontext verarbeitet hatte. Kann es einen stärkeren Motivator geben, als solchen jungen Menschen das Recht von seiner besten Seite zu zeigen? Ich denke nicht. Also probieren Sie es aus!

Die wichtigsten Tipps für einen gelungenen Instagram-Auftritt:

1. Qualität schlägt Quantität.
2. Mehr Licht!
3. Seien Sie sparsam mit optischen Filtern.
4. Nutzen Sie #Hashtags.
5. Haben Sie Geduld.
6. Interagieren Sie.
7. Seien Sie unpolitisch.
8. Seien Sie freundlich.
9. Geheimtipp: Katzen!
10. Schaffen Sie einen Mehrwert.

Hier gibt es zahlreiche Praxisbeispiele: Tim Hendrik Walter auf Instagram
  
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