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Für Anwaltskanzleien wird es immer wichtiger, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Die Karriereplattform IURRATIO Jobs kürte am 11. Oktober erstmals die besten Anwaltskanzleien als Arbeitsgeber für Referendare und setzt damit ein Zeichen in Zeiten des Nachwuchsmangels.

Hogan Lovells als bester Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet

Iurratio Job AwardsDamit angehende Referendare als Berufseinsteiger einschätzen können, wo sie am besten aufgehoben sind, hat IURRATIO Jobs zum ersten Mal ein Ranking erstellt und am 11.10.2018 bei einer offiziellen Preisverleihung im Frankfurter Steigenberger Hotel die 50 besten Arbeitgeber für Referendare gekürt. Auch für die Regionen Nord-, Süd-, Ost- und Westdeutschland wurden Gewinner gekürt. Die Großstädte Hamburg, München, Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, Köln und Frankfurt am Main bekamen ebenso jeweils ein eigenes Ranking und wurden ergänzt durch die Kategorien für die beste Anwaltsboutique und beste mittelständische Kanzlei Deutschlands. Die höchste Auszeichnung wurde in der Kategorie „Top Arbeitgeber“ vergeben. Gewinner des Abends war mit gleich drei Preisen die Großkanzlei Hogan Lovells. Sie gewannen nicht nur die höchste Auszeichnung als bester Arbeitgeber in Deutschland, sondern wurden auch bester Arbeitgeber in den Großstädten München und Hamburg. Eda Aybey, Chefredakteurin des REF50 und Dr. Andreas Muth, Beiratsvorsitzender der Iurratio Media GmbH, führten als Moderatoren durch die Veranstaltung und übergaben den Gewinnern zusammen mit den Sponsoren der Job Awards ihren Preis.

Praxisnähe ist für Referendare das Topkriterium

Neben dem eigenen Platz im Ranking dürften auf Seiten der mehr als 120 Teilnehmer auch die Bewertungskriterien der Umfrage interessant gewesen sein. Diese erläuterte REF50-Herausgeber und Rechtsanwalt Hans-Peter Thiemann.

Referendare bevorzugen mittelständische Kanzleien

Zu den wesentlichen Kategorien gehörten: Einbindung in die praktische Arbeit, Unterstützung bei der Examensvorbereitung, Möglichkeiten der Einstellung sowie Vergütung und Zusatzangebote. Diese Kriterien gingen aus einer Umfrage unter 700 Anwaltskanzleien, die ihre Angebote und Bedingungen für Referendare nannten, hervor. Das eigentliche Ranking ergab sich anschließend aus einer Umfrage unter mehr als 1.000 Referendaren, Absolventen und Studierenden. Die Ergebnisse zeigen: Die Anforderungen an die Kanzleien als Arbeitgeber haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Während früher Großkanzleien mit bekanntem Namen und hohen Gehältern punkteten, überzeugen heute zunehmend mittelständische Kanzleien als beliebteste Arbeitgeber für das Referendariat. In der IURRATIO-Umfrage erzielten sie vor Großkanzleien (68%), Unternehmen und Anwaltsboutiquen (73%) mit 89 Prozent die beste Bewertung. Am wichtigsten ist den Nachwuchsjuristen dabei der Bewertungsfaktor „Einbindung in die praktische Arbeit“. Sie wollen regelmäßiges Feedback von ihren Chefs und Einblick in die Arbeit mit Mandanten erhalten. Anders als beliebte Zusatzleistungen wie Mietkostenzuschuss oder Zusatzvergütung dürften diese Anforderungen für die meisten Kanzleien leicht umsetzbar sein. Hogan Lovells ist hier als Gewinner der diesjährigen Verleihung bestens aufgestellt: Die Referendare erhalten Einblick in unterschiedliche Praxisgruppen und nehmen an Meetings und Mandantengesprächen teil. Ein Associate steht ihnen als persönlicher Mentor zur Verfügung. Hinzu kommen Programme, die bei der Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen helfen, Unterstützung bei der Wohnungssuche sowie kostenlose Speisen und Getränke.

Iurratio Job Awards

Der Anwaltschaft geht der Nachwuchs aus

Einem Bericht der Online-Zeitschrift Legal Tribune Online zufolge, ist seit dem Jahr 2000 die Zahl der Referendarseinstellungen bundesweit um etwa 40 Prozent zurückgegangen. Auch der Deutsche Richterbund warnt davor, dass der Juristenmangel nach bevorstehender Pensionierungswelle in den nächsten zehn bis 15 Jahren ansteigen wird. Schon jetzt fehlten der Justiz 2.000 Richter und Staatsanwälte. Gleichzeitig schnitt das Jurastudium bei einer Analyse des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), die im Februar 2018 veröffentlicht wurde, sehr schlecht ab. Fehlender Praxisbezug und mangelnde Unterstützung von Professoren führen dazu, dass viele Studierende das Jurastudium im Schnitt erst im 7. Semester abbrechen, was zwei Semester später ist als in anderen Studiengängen. Anwaltskanzleien, die auch in Zukunft ihre Marktrelevanz behalten möchten, sollten diese Entwicklung in ihrer Personalpolitik berücksichtigen – sowohl für den Nachwuchs als auch für bereits gewonnene Mitarbeiter.

Preisverleihungen wie die IURRATIO Jobs Awards bieten sowohl für Referendare als auch für Anwaltskanzleien eine ganze Reihe von Vorteilen. Während Referendare eine Orientierungshilfe für die kommende Arbeitgeberwahl bekommen, erfahren Anwaltskanzleien, worauf der Juristennachwuchs besonders viel Wert legt. Auszeichnungen für besondere Leistungen als Arbeitgeber belohnen und bekräftigen die Bedeutung von Wertschätzung des Nachwuches für den Kanzleierfolg.

Die Gewinner der IURRATIO Jobs Awards 2019 im Überblick

Top Arbeitgeber 2019: Hogan Lovells
Beste mittelständische Kanzlei 2019: GvW Graf von Westphalen
Beste Anwaltsboutique 2019: Oppenländer Rechtsanwälte
Bester Arbeitgeber in der Region Berlin 2019: Hengeler Mueller
Bester Arbeitgeber in der Region Düsseldorf 2019: Allen & Overy LLP
Bester Arbeitgeber in der Region Frankfurt am Main 2019: Linklaters LLP
Bester Arbeitgeber in der Region Hamburg 2019: Hogan Lovells
Bester Arbeitgeber in der Region Köln 2019: DLA Piper
Bester Arbeitgeber in der Region München 2019: Hogan Lovells
Bester Arbeitgeber in der Region Stuttgart 2019: Gleiss Lutz
Bester Arbeitgeber in der Region Westen 2019: PwC Legal
Bester Arbeitgeber in der Region Osten 2019: CMS Hasche Sigle
Bester Arbeitgeber in der Region Norden 2019: Luther
Bester Arbeitgeber in der Region Süden 2019: PwC Legal

  
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